Gesunder Honig? Nicht für Babys !
Babys fehlt schützende Darmflora
Grösseren Kindern und Erwachsenen droht hier keine Gefahr, denn die Bakterien ihrer Darmflora verhindern, dass sich die Clostridien vermehren. Bei Säuglingen hat sich diese Darmflora noch nicht aufgebaut. Daher hat der Keim bei ihnen leichtes Spiel. Das erklärt, warum bei Erwachsenen Botulinusvergiftungen durch unsachgemäss konserviertes Gemüse oder Fisch vorkommen, jedoch praktisch nie durch Honig.
Kein Honig im ersten Jahr!
In den USA wurden Säuglingsvergiftungen mit Botulinus häufiger bekannt, weil das Bakterium auch im dort häufig verwendeten Ahornsirup vorkommen kann - mit den gleichen tragischen Folgen für die Kinder. Daher empfehlen Kinderärzte, Babys im ersten Lebensjahr keinen Honig und kein Ahornsirup zu geben. Der Rat, die Brustwarze vor dem Stillen mit Honig zu bestreichen, ist genau so gefährlich.
Keine Entwarnung
Als Gegenargument genannt, im Honig könnten sich Keime nicht vermehren. Jedoch die Clostridien vermehren sich ohnehin erst im Körper. Ohne Bedenken könnte man Säuglinge nur dann Honig geben, wenn zuvor die Sporen darin abgetötet werden. Dazu wäre der Einsatz hoher Temperaturen oder Chemikalien notwendig womit alle Vorteile des Honigs zunichte gemacht würden. Spätestens dann stellt sich die Frage, warum Säuglinge überhaupt unnötig früh an einen süssen Geschmack gewöhnt werden sollen. Nach wie vor gilt unter Experten Muttermilch im ersten Halbjahr als optimale Säuglingskost. Erhält Ihr Kind dagegen Süssungsmittel wie Honig, verändert sich seine Geschmackswahrnehmung nachhaltig - bevor es die meisten Nahrungsmittelüberhaupt kennen gelernt hat.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Das Bakteriengift wird seit Jahren zur Behandlung von Nervenerkrankungen eingesetzt und verhilft - unter die Gesichtshaut gespritzt - Wohlhabenden neuerdings zu einem faltenfreien Äusseren. So kann Botulinumtoxin sogar segensreich wirken. Nur für die ganz Kleinen gilt das nicht. Daher sollten Sie Ihr Baby nicht unnötig dem Risiko einer Vergiftung aussetzen und lieber ganz auf Honig im ersten Lebensjahr verzichten. Ein gesundes Kind wird später noch genug Gelegenheit haben, Honig und andere Leckereien ausgiebig zu probieren.
