Gemsjagt: Das Messer in der Wand
Einst gingen einige Jäger im Tschingelfeld auf die Gemsjagd. Tagsüber strichen sie dem Wild nach, aber es wollte sich kein einziges Tier zeigen, und so mussten sie sich abends verdrossen in einer Hütte zur Ruhe legen. In der Nacht pfiff jedoch ein Wind um die Hütte, und es kam heran wie das Geläute von Glocken und das Getrampel von Kühen. Auch war eine menschliche Stimme zu vernehmen, die so klagte, dass es den Jägern das Herz im Leib umdrehte. Tags darauf erzählten sie die Geschichte einem grauharigen alten Mann dem sie unterwegs begegneten. Der meinte nur "Steckt einfach ein Messer in die Wand, dann ist es mit dem Spuk vorbei". Als sie an diesem Abend wieder den Lärm nahen hörten, steckte einer rasch sein Messer neben sich in die Wand. Daraufhin ertönte ein furchtbarer Schrei, dann wurde es still. Am nächsten Abend kam das geheimnisvolle Senntum nicht wieder. Den Jägern aber verleidete die Jagd, und sie verliessen unverrichteter Dinge die Alp.»To-Top«