ï»ż Unser Sonnensystem    

Unser Sonnensystem

Ă€be.ch Die neun Planeten in der Umlaufbahn um die Sonne. Nur auf einem Planeten, der Erde, existiert Leben. Ob es Leben in einer der unzĂ€hligen anderen Galaxien gibt ist nicht bekannt.   Wir finden immer mehr ĂŒber unser eigenes Sonnensystem heraus. In den letzten 15 Jahren haben uns Raumsonden wie die Mariner und die Voyager durch ihre WeltraumflĂŒge viele Informationen ĂŒber den Weltraum geliefert.
Der Merkur   Der Planet Merkur ist nach dem flinken Boten der römischen Götter benannt und besitzt eine schwindelerregende Umlaufgeschwindigkeit von 48 Kilometern pro Sekunde. Dadurch dauert ein Merkur-Jahr nur 88 Erdentage. Im Gegensatz dazu dauert eine Drehung um die eigene Achse – das heisst ein Tag – fast 59 Erdentage.

Geologie:   Die Sonde Mariner 10 lieferte uns eine FĂŒlle von Informationen ĂŒber Merkur, als sie sich 1974 und 1975 dem Planeten nĂ€herte. Da der Merkur kein Wasser und praktisch keine AtmosphĂ€re besitzt, hat auf seiner OberflĂ€che kaum Erosion stattgefunden. Deshalb prĂ€sentiert er sich uns ziemlich genau so, wie er kurz nach seiner Entstehung aussah.

Kern   Der Merkur hat ein sehr schwaches Magnetfeld, was auf einen heissen metallhaltigen Kern, möglicherweise flĂŒssiges Eisen hindeutet. Geologen vermuten, dass der Merkur der eisenreichste Planet unseres Sonnensystems sein könnte. Sein Magnetfeld ist einhundert Mal schwĂ€cher als das der Erde, obwohl es theoretisch ĂŒber 30 Prozent der ErdmagnetfeldstĂ€rke verfĂŒgen mĂŒsste.

Kruste   Die Kruste des Merkur scheint, wie bei der Erde, aus Silikaten zu bestehen.

Krater   Die OberflĂ€che des Planeten – sie konnte dank der auf der Mariner installierten Kameras zum ersten Mal beobachtet werden – ist ĂŒbersĂ€t von Kratern. Diese EinschlĂ€ge geschahen in der Anfangsphase des Sonnensystems, als Materieklumpen zusammenstiessen und sich so die Planeten bildeten.

AtmosphĂ€re   Merkur besitzt keine AtmosphĂ€re im ĂŒblichen Sinne – das heisst keine gasförmige HĂŒlle, die Wolken und Wetter bildet oder die die OberflĂ€che des Planeten vor schĂ€dlicher Sonnenstrahlung schĂŒtzt. Das schwache Magnetfeld auf Mars zieht nur kaum wahrnehmbare Spuren von geladenen Partikeln von der Sonne an.
Venus
Die Venus, geheimnisumwobener und direkter Nachbar der Erde, wurde nach der gleichnamigen römischen Liebesgöttin benannt. Aus ungeklĂ€rten GrĂŒnden dreht sich die Venus "rĂŒckwĂ€rts" um die eigene Achse, das heisst in der ihrer Drehbewegung um die Sonne entgegengesetzten Richtung.

Geologie   Geologisch gesehen scheint die Venus einige Ă€hnlichkeiten mit der Erde zu haben. Ihre Kruste ist wahrscheinlich granithaltig, und darunter befinden sich ein basalthaltiger Mantel und ein Eisen-Nickel-Kern. Geologische AktivitĂ€ten, wie wir sie von der Erde her kennen, scheint es auf der Venus nicht zu geben, mit Ausnahme von zwei Vulkanen entlang einer Verwerfungslinie.

AtmosphĂ€re   Die Venus ist tatsĂ€chlich "umwoben" von einer geheimnisvollen, undurchdringlichen schweren Schicht von Wolken aus SchwefelsĂ€ure ĂŒber einer AtmosphĂ€re aus 96 Prozent Kohlendioxid.

Treibhauseffekt   Sonnenlicht, das in die AtmosphĂ€re der Venus tritt, wird in WĂ€rmestrahlung umgewandelt, die dann durch das Kohlendioxid daran gehindert wird, diese wieder zu verlassen – wir nennen dieses PhĂ€nomen "Treibhauseffekt." Die OberflĂ€chentemperatur betrĂ€gt bis zu 340 Grad Celsius, und in der AtmosphĂ€re scheint es ununterbrochen zu blitzen.

Druck in der AtmosphĂ€re   Ziehen Sie folgenden Vergleich, damit Sie sich ein Bild vom Druck in der AtmosphĂ€re der Venus machen können: Auf der OberflĂ€che der Venus zu gehen wĂ€re ungefĂ€hr dasselbe, wie wenn Sie auf dem Meeresboden in rund 1000 Meter Tiefe spazieren gingen.
Erde
WÀhrend der ersten rund 500 Millionen Jahre nach ihrer Entstehung blieb die Temperatur der Erde relativ stabil bei 875 Grad Celsius. Die Erde setzte sich vor allem aus Eisen und Silikaten zusammen, enthielt aber auch kleine Mengen radioaktiver Elemente, und zwar hauptsÀchlich Uran, Thorium und Kalium. Im Verlaufe des Zerfallsprozesses dieser Elemente entstand Strahlung, die die Erde langsam erhitzte, was zur Folge hatte, dass das Eisen und die Silikate schmolzen. Das Eisen sank zum Zentrum ab und drÀngte dadurch die leichteren Silikate an die OberflÀche. Dadurch wurden die gewaltigen Prozesse in Gang gesetzt, die die ErdoberflÀche so geformt haben, wie wir sie kennen und die sie auch heute noch prÀgen.

Geologie   Zwischen dem Kern aus Eisen und der Kruste aus festem Gestein befindet sich ein Mantel aus schwerem Silikatgestein von etwa 2800 Metern Dicke. Der Mantel ist weder fest noch flĂŒssig, sondern von einer zĂ€hflĂŒssigen Konsistenz, auf der die Kruste schwimmt. Diese Kruste besteht nicht aus einem zusammenhĂ€ngenden StĂŒck fester Masse, sondern aus mehreren voneinander getrennten Platten, an deren Grenzen die geologischen Prozesse weiterhin auf die ErdoberflĂ€che einwirken.

AtmosphĂ€re   Die ErdatmosphĂ€re weist eine Dicke von mehr als 640 Kilometern auf. Von Meereshöhe bis in eine Höhe von etwa 95 Kilometern besteht die AtmosphĂ€re aus 78 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Sauerstoff und zu einem Prozent aus einer Mischung von Argon, Kohlendioxid, Neon, Helium, Krypton, Xenon und winzigen Mengen von ein paar weiteren Gasen.

Monde   Der einzige Mond der Erde ist, verglichen mit den Trabanten der anderen Planeten, gross; eine Ausnahme bildet der Planet Pluto. Aus diesem Grund bezeichnen die Astronomen das Erde-Mond-System als Doppelplaneten. Durch seine Grösse und die dadurch wirksame Gravitationskraft ĂŒbt der Mond einen bedeutenden Einfluss auf die Erde aus und ist zum Beispiel fĂŒr die Ebbe und Flut unserer Meere verantwortlich.
Mars
Da der Planet Mars gut sichtbar und seine AtmosphĂ€re dĂŒnn und transparent ist, wissen wir mehr ĂŒber ihn als ĂŒber alle anderen Planeten, die Erde ausgenommen. Ein Tag dauert auf Mars ungefĂ€hr so lange wie auf der Erde, da Mars 24 Stunden und 37 Minuten benötigt, um sich um seine eigene Achse zu drehen; sein Jahr jedoch dauert 687 Erdentage. Seine Entfernung von der Sonne kann infolge seiner exzentrischen Umlaufbahn um rund 60 Millionen Kilometer variieren.

Geologie   Aufgrund seiner blutroten Farbe gaben die Römer dem Planeten Mars den Namen ihres Kriegsgottes; die Farbe ist auf Eisenoxid ("Rost") an der OberflĂ€che zurĂŒckzufĂŒhren. KanalĂ€hnliche Formationen an der OberflĂ€che des Planeten haben Wissenschaftler lange hoffen lassen, Wasser zu finden, was hĂ€tte darauf hindeuten können, dass auf Mars Leben existiert.

AtmosphĂ€re   Die AtmosphĂ€re des Mars entstand sehr wahrscheinlich dadurch, dass Gase aus seinem Inneren austraten, Ă€hnlich wie bei der Erde. Da die Masse des Mars jedoch gut zehn Mal kleiner ist als die Masse der Erde, reichte seine Schwerkraft nicht aus, um die leichteren Gase zurĂŒckzubehalten. Heute besteht die AtmosphĂ€re des Mars hauptsĂ€chlich aus Kohlendioxid.

Monde   Zwei winzige Monde kreisen um den Mars. Es handelt sich um sehr kleine, unregelmĂ€ssig geformte Trabanten, deren OberflĂ€che von Kratern ĂŒbersĂ€t ist. Der grössere der zwei wird "Phöbos" genannt, der kleinere "Deimos". Phöbos hat einen Durchmesser von nur etwa 23 Kilometern, Deimos weist einen Durchmesser von etwa 13 Kilometern auf.

Der asteroide GĂŒrtel   Die AbstĂ€nde zwischen den neun bekannten Planeten deuten darauf hin, dass zwischen Mars und Jupiter ein zehnter Planet sein sollte. Dort, wo dieser eigentlich hingehörte, befindet sich ein Band von Asteroiden, von denen einige einen Durchmesser von bis zu 1000 Kilometern aufweisen und andere hingegen winzig klein sind.
Jupiter
Jupiter ist der grösste Planet unseres Sonnensystems und wurde nach dem obersten römischen Gott benannt. Er gilt nicht als erdĂ€hnlicher Planet, da seine "OberflĂ€che" aus einer wirbelnden Masse von flĂŒssigem Wasserstoff besteht; sein Kern ist aus Eisen und weist etwa die Grösse der Erde auf.

AtmosphĂ€re   Neben Wasserstoff enthĂ€lt die AtmosphĂ€re Helium, Methan und erkennbare Wolken von eisförmigem Ammoniak, die ĂŒber die OberflĂ€che des Planeten hinwegziehen. Bei einem an der OberflĂ€che des Jupiter erkennbaren Fleck, dessen Durchmesser mindestens doppelt so gross ist wie derjenige der Erde, handelt es sich wahrscheinlich um einen sich ĂŒber mehr als 20.000 Kilometer erstreckenden Sturm, der seit Tausenden von Jahren tobt. Die dunkelrote Farbe deutet darauf hin, dass er die heller gefĂ€rbten Wolken um viele tausend Kilometer ĂŒberragt.

Monde   Der Jupiter besitzt 16 Monde, wovon die grössten die Namen Europa", "Ganymed", Io" und "Callisto" tragen. Die OberflĂ€chenbeschaffenheit ist bei jedem dieser grösseren Monde individuell verschieden. Wenn Jupiter der Erde am nĂ€chsten ist, kann man mit dem Fernglas gut beobachten, wie sich die Monde um den riesigen Planeten bewegen.
Saturn
Saturn ist zwar der zweitgrösste Planet unseres Sonnensystems, jedoch sehr wahrscheinlich der leichteste, da er die geringste Dichte aufweist. Da das VerhĂ€ltnis von der Grösse zum Gewicht so gross ist, wĂ€re Saturn wahrscheinlich von Wasser ĂŒberflutet, falls ein genĂŒgend grosser Wasservorrat vorhanden wĂ€re. Ă€hnlich wie der Jupiter ist auch der Saturn eine Kugel aus Gas und FlĂŒssigkeit und besitzt möglicherweise einen harten Kern ungefĂ€hr von der Grösse der Erde.

AtmosphĂ€re   Nicht nur in der AtmosphĂ€re des Jupiter, sondern auch in der AtmosphĂ€re des Saturn toben endlose StĂŒrme. Einige davon sind grösser als Europa und Asien zusammen. Die ganze AtmosphĂ€re ist umgeben von einem dunstigen Schleier aus Wasserstoff. Unter diesem Schleier besteht die AtmosphĂ€re vor allem aus Wasserstoff und Helium sowie etwas Methan und aus Ammoniak-Eiskristallen.

Monde   Zwei Voyager-Sonden beobachteten Saturn in den Jahren 1980 und 1981, und aus den zur Erde gesandten Daten wurde ersichtlich, dass der Saturn zwischen 21 und 23 Monden besitzt, also mehr als alle anderen Planeten. Einer von Saturns Monden, Titan, ist grösser als Merkur und Pluto. Alle Monde des Saturn sind vereist, und einige sind zum Teil felsig.

Ringe   Das auffallendste Merkmal des Saturn sind natĂŒrlich seine Ringe. Sie beginnen ungefĂ€hr 11.200 Kilometer ĂŒber der "OberflĂ€che" des Planeten und gehen bis in eine Höhe von rund 56.000 Kilometer. Die Ringe bestehen vor allem aus Staub und relativ kleinen Eispartikeln und sind von der Erde mit einem kleinen Teleskop gut sichtbar.
Uranus
Der erstaunlichste aller Planeten unseres Sonnensystems ist Uranus, der, von der Sonne her gezÀhlt, siebte Planet. Uranus liegt ungefÀhr in einem 90-Grad-Winkel zur Sonne, so dass einer seiner Pole wÀhrend der Rotation ununterbrochen praktisch direkt auf die Sonne gerichtet ist. Um so mehr erstaunt es, dass die Temperatur an beiden Polen fast gleich hoch ist.

AtmosphĂ€re   Der Uranus ist ein nonterrestrial Planet, die OberflĂ€che ist ein ĂŒberhitzter Ozean aus Wasser. Eine dichte AtmosphĂ€re aus vorwiegend Wasserstoff und Helium erzeugt einen so hohen Druck dass das Wasser auf Tausende von Grad erhitzt, gleichwohl nicht verdampfen kann.

Monde   Um den Uranus gibt es 15 Monde. Die Voyager 2 erkundete im Januar 1986, bis dahin waren nur fĂŒnf Monde bekannt, Oberon, Titania, Umbrial, Ariel, und Miranda.

Ringe   Wie der Saturn, so ist auch der Uranus von Ringen umgeben. Astronomen entdeckten sie im Jahre 1977, als sie eine Okkultation, das heisst eine Eklipse eines Sterns durch einen Planeten, beobachteten. Sie bemerkten, dass das Licht des Sterns wĂ€hrend 35 Minuten flackerte, bevor die Okkultation durch Uranus eintrat. Dann, nachdem Uranus vor dem Stern durchgewandert war, setzte das Flackern des Lichtes wieder ein, um dann wieder vollstĂ€ndig sichtbar zu werden.
Neptun
Aufgrund seiner riesenhaften Grösse und seiner blauen Farbe benannten die Völker der Antike den Planeten nach dem Gott der Meere. Wir wissen weniger ĂŒber den Neptun als ĂŒber alle anderen acht Planeten, obwohl die Voyager 2 uns neue Informationen geliefert hat.
Pluto
Die Existenz des Planeten Pluto, des, soweit wir wissen, letzten Planeten unseres Sonnensystems, wurde vonPercival Lowell vorausgesagt; er hatte bemerkt, dass in den Umlaufbahnen des Uranus und des Neptun ungeklÀrte UnregelmÀssigkeiten auftraten. 1930 entdeckteClyde Tombaugh 1930 den Planeten Pluto genau an der von Lowell vorausgesagten Stelle. Der Name "Pluto" folgt der Tradition, die Planeten nach römischen Göttern zu benennen und ist auch angemessen. Pluto war der Gott der Unterwelt, und der Planet ist dunkel und zugefroren. Der Name wurde aber deshalb gewÀhlt, weil die ersten zwei Buchstaben den Initialen von Percival Lowell entsprechen.



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